Lebenslänglich. Freiheit verloren. Recht verloren.

118 V. Produktive Arbeit im Zuchthaus 25. Reise nach Brandenburg Jeder Häftling wurde namentlich aufgerufen, musste seine Gefangenennum- mer nennen und wurde dann sehr umständlich – offensichtlich auf mehreren Transportlisten – abgehakt. Als das für 20 Männer erledigt war, fuhr ein ge- schlossener Transporter vor, eine richtige „Grüne Minna“. Zum Einsteigen mussten wir unsere Päckchen unter den Arm klemmen und bekamen Hand- schellen angelegt. Im Wagen gab es zwei gegenüber angebrachte schmale Bänke, auf denen man recht eng nebeneinander sitzen musste. Vorn und hinten quer saß je ein Polizist mit Maschinenpistole. Die Fahrt ging los; am Tor wur- de noch einmal angehalten und gezählt. Alle hatten sich auf eine lange Fahrt gefasst gemacht, aber schon nach einer halben Stunde hielten wir wieder. Das Kommando „ Aussteigen “ ertönte. Flan- kiert von den schussbereiten Waffenträgern stand die Gruppe nun an einem leeren Bahngleis, ein Stück vom Bahnhofsgebäude entfernt. Nach einer Warte- zeit von mindestens einer Stunde rollte, geschoben von einer Rangierlokomo- tive, ein Güterwaggon heran und blieb vor uns stehen. Von außen war daran nichts Besonderes zu bemerken.

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